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Cold Brew Grüntee

Warum ‘kalt aufbrühen’ besser für uns ist

Von Denny 
26. Mai, 2020 · 4 min Lesezeit

Denny ist sowieso schon überzeugt davon, dass Cold Brew Tee besser ist als heiß aufgebrühter Tee. Jetzt will er noch herausfinden warum eigentlich.

Es war ein glühend heißer Spätsommertag im August, als unser Tee-Magier Felix eine Glasflasche in der Luft schwenkte, die er gerade aus dem Kühlschrank geholt hatte. In dieser war nichts anderes als eine experimentelle Grüntee-Blend und kaltes Wasser. Insgesamt schmeckten wir uns an diesem Tag durch 16 verschiedene Mischungen, die jeweils in einer eigenen Flasche, unter stündlichem Schütteln und Rühren, im Kühlschrank zogen.

In Felix’ Kölner Teehaus „Bamboo Tea Room“ wurde ich somit zum ersten Mal mit dem Cold Brew Verfahren konfrontiert. Dort lernte ich, dass man zum Aufbrühen von Tee nicht zwangsweise heißes Wasser benötigt. Nur ist das kalt Aufbrühen denkbar aufwendiger und zeitintensiver als mal eben heißes Wasser auf die Teeblätter zu schütten.

So ein Cold Brew Grüntee kann nämlich gut und gerne mehrere Stunden bis zu einem halben Tag lang ziehen, wenn nicht sogar länger – je nachdem, wie man den Geschmack haben will. Und einfach stehen lassen sollte man den Kaltaufguss dann auch nicht. Regelmäßiges Rühren und Schwenken zwischendurch darf auch nicht fehlen, damit am Ende ein guter Geschmack zustande kommt.  

Warum kaltgebrühter Tee besser für uns ist

In einer japanischen Studie von 2018 fand Manami Monobe heraus, was das Kaltaufbrühen mit grünem Tee eigentlich macht. Und wenn wir von grünem Tee sprechen, dann meinen wir die Teepflanze Camellia Sinensis, aus der alle Grün- und Schwarztees hervorgehen.

Wer noch Fragezeichen über dem Kopf hat, sollte schnellsten unseren Blogartikel zum Grüntee lesen und schwupps wieder zurückkommen!

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Wieder zurück? Sehr schön!

Bereitet man grünen Tee mit heißem Wasser zu, bekommt der Tee einen herben Geschmack, da durch die Hitze Epigallocatechingallat (EGCG) und Koffein freigesetzt werden. EGCG und Koffein sind jedoch schwieriger im kalten Wasser freizusetzen, wodurch kalt aufgebrühter Tee weniger bitter schmeckt, da im kalten Aufguss Aminosäuren den Geschmack dominieren.

Der Geschmack allein ist jedoch nicht der Grund, warum Cold Brew besser ist.

Die Hauptbestandteile, die beim Cold Brew Verfahren im Grüntee landen, sind Theanin und Epigallocatechin (EGC) – ein Stoff, der erst kürzlich die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich zog, denn EGC hat laut der Studie immunsystemstärkende Eigenschaften. Dem Wirkstoff Theanin wird zusätzlich die Fähigkeit zugeschrieben, psychosozialen Stress zu reduzieren. Diese positiven Effekte werden jedoch beim Heißbrühverfahren durch EGCG und Koffein gehemmt, weswegen grüner Tee kalt aufgebrüht werden sollte, um die immunstärkende und stressreduzierende Wirkung zu erhalten.  

Tea Is Magic!

Zurück im Büro betrachteten wir den Grüntee nun mit anderen Augen. Nicht nur konnte man herrlich mit verschiedenen Mischverhältnissen spielen, sondern auch noch mit der Temperatur. Ich kam mir vor wie ein Tee-Alchemist, der auf der Suche nach dem perfekten Rezept war. Irgendwo da draußen war der beste Grüntee Deutschlands und vielleicht hatten wir ihn schon gefunden. Schwebend in einer Glasflasche im Kühlschrank.

Wenn ihr mehr zu unserem Grüntee-Entwicklungsprozess erfahren wollt, dann schaut mal in unser YouTube-Video: 

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