NEU! Unser Schwarzer Kaffee – jetzt vorbestellen und 15% sparen!

Unser Tetra Pak Design

So entsteht das Packaging für eine neue Teesorte

Von Verena
6 min Lesezeit

Verena hat 2018 als erste Mitarbeiterin bei Ocha Ocha
angefangen und ist seitdem fürs Verpackungsdesign zuständig

Die Tür zu unserem Büro mit der Mooswand fliegt auf. Ich eile herein, in der Hand einen großen versiegelten Umschlag. Der Absender: Tetra Pak in Hochheim bei Mannheim. Ich wedle freudestrahlend damit in der Luft herum und schnell versammelt sich das ganze Team um einen der Tische.

„Das neue Verpackungsdesign ist da!“ Alle warten gespannt, während ich den umständlich zugeklebten Kurierumschlag aufreiße. Piep! - Denny starte die Kamera, um den Moment einzufangen.

„Das ist alles Content“, sagt Chris. Ich ziehe eine 30 x 30 cm große Mappe aus dem Umschlag, werfe noch einmal einen bedeutungsschwangeren Blick in die Runde und klappe das Ding auf. Wie der Faltplan eines Origami-Schwans liegt das Bild eines auseinandergefalteten Getränkekartons vor uns, knallgrün, mit unangenehm-blassgelben Highlights darauf. Stille. „Gar nicht mal so geil“, sage ich trocken, klappe die Mappe zu und krame den Pantone-Farbfächer aus dem Büroschrank hervor. Auf in die nächste Design-Runde.  

Etwa zwei bis vier solcher „Runden“ drehen wir für jedes Tetra Pak Design – wahrscheinlich werden es mehr, wenn Ocha Ocha mal größer ist. Vielleicht aber auch weniger, weil wir mit jedem Mal professioneller werden. Und so läuft es ab:

Schritt 1 – Der Entwurf: Von der Zutatenliste bis zum letzten Komma.

Der Gestalter, in dem Fall ich, Verena, entwickelt ein neues Verpackungsdesign für eine bestimmte Teesorte, zum Beispiel unseren Kuki-cha. Dabei arbeite ich überwiegend digital und in 2D und nutze eine Vorlage des Herstellers, die mir genau sagt, welche Bereiche später sichtbar sind, und welche durch das Falten und Kleben verschwinden. Ein bisschen erinnert das tatsächlich an Origami und ich muss manchmal ordentlich um die Ecke denken. Schließlich wird alles, was ich jetzt auf der linken Seite der Vorlage platziere, später auf der rechten Seite des fertigen Getränkekartons erscheinen.

Zum Design gehören neben dem Ocha Ocha-Logo und der Produktbezeichnung auch jede Menge Pflichtangaben (Nährwerte, Zutaten, EAN-Code), Icons, ein detailreiches Hintergrundmuster und eine versteckte Liebeserklärung auf der Unterseite (schon bemerkt?). Die einzelnen Elemente setze ich zu einem stimmigen Layout zusammen, welches wichtige Informationen hervorhebet und den Blick des Betrachters leitet. Mit einem Glas Wein feile ich dann noch bis 22 Uhr mit Chris an einem humorvollen Text für die Rückseite des Kuki-cha. 

Schritt 2 – Der Proof-Druck: Stimmen die Farben?

Ist der Entwurf fertig, fordere ich bei Tetra Pak einen ersten Proof, also einen Probedruck, an, der genau simuliert, wie mein Design später auf dem Tetra Pak Material aussieht. Wer schon mal eine Geburtstagseinladung oder Visitenkarte am Computer erstellt hat, weiß, dass das Druckergebnis oft stark von der Bildschirmdarstellung abweicht. Leuchtende Farben wirken matt und fade, Schriften sind viel zu groß und irgendwie ist rechts und links zu wenig Platz. Das geht auch mir nicht anders, deshalb ist ein Proof-Druck so enorm wichtig – vor allem, wenn man in den Größenordnungen einer ganzen Teeproduktion denkt!

Schritt 3 – Die finale Freigabe: Jetzt muss alles sitzen!

Damit sind wir dann bei der zu Beginn beschriebenen Szene angekommen. Im Team prüfen wir das Druckergebnis, ich nehme die nötigen Verbesserungen vor und verschicke die Datei erneut, um Proof Nr. 2 zu erhalten. Diesen Vorgang wiederholen wir, bis wir vom Ergebnis begeistert sind und schließlich den Druck von Tausenden von Tetra Paks in Auftrag geben. Schon verrückt, wenn ich daran zurückdenke, wie aufgeregt ich war, als ich vor 18 Monaten meinen ersten Druckauftrag für Ocha Ocha losgeschickt hatte – und damals ging es nur um ein Messe-Roll-up für 100 €!

Mein Highlight im Designprozess

Mein Lieblingswerkzeug im Gestaltungsprozess ist übrigens unser Pantone-Farbfächer, den ich auch im Video zeige. Er besteht aus Farbkarten mit rund 2.000 Sonderfarben, die in der Druckerei später speziell auf unseren Wunsch hin zusammengemischt werden, ähnlich wie in der Malerabteilung im Baumarkt. Eine ganz spezielle Farbe für jede neue Sorte auszuwählen macht mir jedes Mal wieder einen Riesenspaß. Allerdings ist es oft gar nicht so einfach, sich zwischen all den herrlichen Farbnuancen zu entscheiden – vor allem nicht, wenn man so ein Perfektionist ist wie ich!

Das Verpackungsdesign: So wichtig und doch nur ein kleiner Teil der Arbeit

Von der ersten Idee zum fertigen Produkt vergehen so schnell mal ein paar Wochen oder sogar Monate, denn der Designprozess ist ja nur eine der vielen Aufgaben, die bei der Kreation einer neuen Sorte zu bewältigen sind. Der Import der Rohteeware, gemeinsame Verkostungen im Team und das Ausfeilen der geheimen Rezeptur gehört mit zum Prozess. Beschweren kann ich mich allerdings absolut nicht, denn bei einem Glas frischem, vom Chef persönlich zubereiteten Cold-Brew Kuki-cha designt es sich einfach am besten!

Du willst hautnah beim Designprozess dabei sein und mir über die Schulter schauen? Spannende und witzige Einblicke gibt es hier:  

Ähnliche Artikel

Warum ein Tee-Start-up?

Manchmal setzen sich Puzzleteile erst später zusammen

Warum sind Grüntees
immer bitter?

Obwohl sie es nicht sein müssten?