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Warum ein Tee-Start-up?

Manchmal setzen sich Puzzleteile erst später zusammen

Von Chris
6 min Lesezeit

2005/06 machte Chris in den USA ein High School Jahr,
2011 lebte und studierte er für jeweils 7 Monate in Buenos Aires und 2016/17 in Tokyo  

High School Jahr USA 2005: Endlich „Sodas“ bis zum Umfallen

Mein Austauschjahr in den Vereinigten Staaten von Amerika ist nun schon eine Weile her. Mit 17 Jahren, täglichem Schulsport (Crosslauf, Basketball, Leichtathletik) und teilweise zwei Spielen/Wettkämpfen pro Woche war es wirklich egal, was man isst und trinkt. Am besten so viel es geht, ich hatte ja nur 10 Monate Zeit, bevor es wieder zurück nach Deutschland ging.

Die USA sind und waren es damals noch mehr, das Schlaraffenland für Jugendliche: verschiedenste „Candies“ (Skittles, Hersheys’s und Donuts), noch nie gesehene Limonaden (Dr. Pepper, Root Beer, Grape Soda uvm.), 1 kg Peanut Butter Gläser, Pizzas so groß wie Autoreifen und damals ungewohnte All-you-can-eat-Buffets für USD 9,99. Es war großartig für mein 17-jähriges Ich.

In den ersten drei Wochen nahm ich wohl direkt drei Kilo zu, hauptsächlich wegen der zwei morgendlichen Peanut-Butter-Jelly-Sandwiches. Danach ging in der Schule der regelmäßige Sport los. So viel kann man gar nicht essen und trinken, um dann zuzunehmen.

Aber vielleicht zurück zum Thema. Neben all den omnipräsenten Versuchungen fiel mir auf, dass es in den US-Restaurants immer die Auswahl gab, ob man neben seiner sonstigen Bestellung ein Wasser, einen gesüßten oder einen ungesüßten
Eistee
trinken möchte.

Das Leitungswasser war dabei meist nicht unbedingt die leckerste Option, da dies doch reichlich gechlort schmeckt. Der schwarze Eistee war aber, und wird es noch immer sein, eine gute Option. Nichts Spezielles, dennoch erfrischend und gerade, ob gesüßt oder nicht, ein guter geschmacklicher Gegensatz zu den fettigen oder süßen Speisen.

Damals habe ich dem ganzen keine Beachtung geschenkt, heute fände ich es toll, wenn dies in deutschen Restaurants auch standardmäßig angeboten würde (mehr Trinkgeld sollte man dann definitiv geben). 

Mein Auslandssemester in Argentinien 2011: Land des Mate

Was mich geschmacklich immer am Mate-Trinken begeistert hat ist dieses Raue, Kernige, Unverblümte und Pure. Yerba, eigentlich eine Art Unkraut, ist sehr herb und bitter sowie ziemlich kräftig. Zuerst nicht wirklich etwas für den grazilen Gaumen, sondern eher ein Überfall auf die feinen deutschen Geschmacksknospen.

Ich habe während meines Auslandssemester gute zwei Monate gebraucht, bevor ich mich wirklich an den rauen Geschmack gewöhnt hatte und diesen auch lieben lernte. Schmeckt man genau rein, ist Mate genauso wie Argentinien selbst – weit, geräumig, pur, unberührt – man spürt beim Trinken die Weite Patagoniens sowie die langen Fahrten auf den manchmal nur mit Schotter präparierten Straßen der Pampa.

Mate ist – lang (im Geschmack), anregend und wild – genauso wie die Nächte in Buenos Aires. Man kann sich in dieser Stadt ihr verlieren, sich treiben und die Momente passieren lassen. Wenn man Mate trinkt, bekommt Zeit eine andere Bedeutung. Sie steht still, während sie doch behutsam an einem vorbeifließt.

Selten konnte ich so gut nachdenken, wie mit einer Thermoskanne voll heißem Wasser und einem Pott Mate mit frischer Yerba neben mir. Das wiederkehrende Eingießen des Wassers und ziehen am „Strohhalm“ hat fast schon eine therapeutische Wirkung.

Genauso wie beim Grillen gilt bei den Argentiniern auch bei Mate: nicht kleckern, sondern klotzen. Mate wird in Menge getrunken. Mindestens 20 Gramm Kraut verwenden die Argentinier pro Portion, zumindest dann, wenn sie allein trinken. Viel kleinere Mate-Becher gibt es eigentlich nicht.

„In Menge getrunken“ bedeutet in Argentinien auch, dass man Mate gerne mit Freunden, in der Familie und großen Runden trinkt. Das Mate-Trinken wird umso besser, je mehr Leute dabei sind. Es ist etwas sehr Geselliges und Kulturelles. Dabei gibt es dann auch gewisse unausgesprochene Regeln, wie zum Beispiel eine feste Person, die sich immer wieder ums Nachgießen des Wassers kümmert und den Pott dann in der Runde verteilt.

Mate ist allgegenwärtig und immer präsent. Manchmal bekommt man nur einen kleinen Schluck, ist gerade auf dem Sprung und nippt nochmal kurz oder zelebriert das Matetrinken so wie wir das gemeinsame Kaffeetrinken (oft dann mit salzigen Crackern gepaart).  

Mate ist nicht nur ein Getränk, Mate ist Kultur.

Mate bringt Menschen zusammen und vereinigt die unterschiedlichsten Schichten des Landes. Jeder Teil der Gesellschaft konsumiert ihn und jede/r Argentinier/in kann mindestens eine Geschichte erzählen wieso Mate schon mal sein/ihr Leben gerettet hat. In Argentinien kann man nicht ohne Mate aufwachsen.

Zum Ende meiner Zeit dort besaß ich dann selbst zwei Mate-Becher, kaufte mehrere Bombillas (=Metall-Strohhalme) auf den Märkten und schaffte es sogar meine argentinische Mitbewohnerin Gretel zu überreden, mir ihren Holz-Mate-Becher mit der für mich perfekten Trinkgröße zu überlassen (Danke an dieser Stelle nochmal). Diesen habe ich immer noch und er bleibt einfach mein Lieblingsbecher, allein schon wegen all der Erinnerungen.

Mate – nicht unbedingt eine Liebe auf den ersten Blick, dafür aber für immer. 

Konnichiwa Tokyo 2016: Viel mehr als Grüntee und Matcha

Irgendwie ging das mit dem Interesse für Japan schon alles während meines High School Aufenthaltes in den USA los. Damals hatte ich eine japanische Gastschwester, Yuka.

Ich lernte die ersten japanischen Worte und schon 2005 berichtete sie mir, dass in Japan fast niemand mehr Computer zu Hause benutzt, sondern ausschließlich das Handy (verrückt, oder?). Damals irgendwie „unvorstellbar“.

Naja, zurück zum Thema. Als ich im Sommer nach meiner Wiederkehr nach Deutschland dann noch den Film Tokyo Drift von der Reihe Fast and Furious sah, war es um mich geschehen. Ich musste nach Japan, denn auch ich wollte mal auf einem Hochhaus Fußball spielen (toller Grund, nicht?). Letztendlich dauerte es 10 weitere Jahre bis es soweit war.

Und es ging sofort los. Tatsächlich war das erste Foto, das ich in Japan schoss, eines von einem Getränkeautomaten, oder zumindest von einem Ausschnitt davon (Influencer-Marketing at its best).  

Fortan gab es täglichen Kontakt mit diesen Automaten, genauso wie mit kalten Teegetränken. Bei Touren durch die Stadt mit den anderen Austauschstudenten probierten wir natürlich zuerst das, was wir nicht kannten. In einer Kultur geprägt von sogenannten „Conbinis“ (= Convenience Shops) findet man an jeder Ecke Mini-Supermärkte. Hinzu kommen massenweise Restaurants, sodass es auf Schritt und Tritt Tee zu trinken gibt – natürlich ungesüßt.

Mal abgesehen davon, dass es zum Standard gehört, dass man selbst in jedem Schnell-Restaurant und „Running Sushi“ immer irgendeinen Grüntee mit dazugestellt bekommt, gab es vor allem beim Lacrosse-Training der Tokyoer Nippon Sports Science University (NSSU) einen Aha-Effekt bei mir. Das Wasser in einiger der Trinkflaschen, die für das ganze Team bereitstehen, schmeckte nach Kaffee. So als würde man den Rest Kaffee in einem nicht ganz leergetrunkenen Kaffeebecher noch einmal mit Wasser aufgießen. Ganz komisch.

Gut, kann ja sein, dachte ich mir, vielleicht gab es Eiskaffee. (Meine) Sprachbarrieren führten dazu, dass es einige Trainings- und Geschmackerfahrungen brauchte, bis mir jemand erzählen konnte, dass sich nicht etwa Kaffeereste, sondern Getreidetee in den Trinkflaschen befand. Nach vielen Trainings und wildem Ausprobieren der Teesorten in den Conbinis hatte ich mich an den Geschmack gewöhnt und lernte ihn sogar irgendwann echt zu lieben (so wird es euch auch beim Soba-Cha gehen). 

Die Ocha Ocha Geburtsstunde

Dann war da natürlich noch der entscheidende Moment, warum du diese Zeilen hier überhaupt lesen kannst: Mein Kumpel Stefan aus Köln kam mich zu Silvester 2016 in Japan besuchen und wir bereisten gemeinsam für 10 Tage das Land. Gleich am Flughafen, von wo es direkt mit dem Shinkansen (aka Bullet-Train) nach Nagano ging, begrüßte ich ihn mit kalten Tees (Jasmintee, Sokinbicha und süßem Schwarztee mit Milch) sowie Onigiri, den typischen japanischen Reisecken.

Wie so viele andere Japan-Erstbesucher war Stefan geschmacklich verwirrt, doch nach drei Tagen fand er Gefallen an den fertig abgefüllten Tees. Auf dem Weg zu den Schneeaffen im Nationalpark in den japanischen Alpen fachsimpelten wir im Bus dann zum ersten Mal darüber, dass es „sowas“ doch auch in Deutschland geben müsste. Abends, zurück im Hostel, machten wir die ersten Online-Recherchen und fanden keine vergleichbaren Produkte. Eine Start-up Idee war geboren. 

Es ist noch kein Teemeister und Gründer vom Himmel gefallen

Die Idee und Umsetzung begleitet mich nun schon drei Jahre und hat mein Leben nicht nur geschmacklich stark verändert – dazu aber vielleicht in einem anderen Artikel mehr.

Meine Zeit in Japan war der Start einer atemberaubenden Erfahrungsreise und meiner Tee-Kenntnisse. Früher war ich selbst ein Tee-Banause, trank billigen Beuteltee, als Jugendlicher sogar 1,5 Liter Billo-Zucker-Eistee und konnte nicht verstehen, wieso Grüntee oder Matcha so teuer sind. Ich lerne jeden Tag dazu, welch tolle Pflanzen uns die Natur gibt und wie wichtig es ist, dass wir gut mit ihr umgehen und ihr eben auch die Zeit und den Platz lassen, dass sich ein guter, voller Geschmack bilden kann und dies auch dauerhaft und langfristig (und dass dazu viel körperliche Arbeit der Bauern und Plantagenbesitzer gehört).

Also, auf die nächsten kulinarischen Erfahrungen und die Gründerreise! 

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