Japanische Eisenteekanne mit einer Keramikteetasse auf einer Schieferplatte. Ocha-Ocha® erklärt Teegeschichte.

Die Geschichte des Tees: Der Unterschied zwischen Te, Cha oder Chai

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Geschichte des Tees

Heutzutage ist Tee aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Das beliebte Heißgetränk kennt keine Grenzen, verbindet Kulturen und wird in den vielfältigsten Variationen und Geschmacksrichtungen auf der ganzen Welt getrunken.

So ist die Geschichte des Tees auch keine lineare Aneinanderreihung von Ereignissen, sondern viel mehr eine Geschichte mit vielen Unterkapiteln, die teilweise parallel, oft aber auch zeitlich versetzt auf den verschiedenen Kontinenten stattgefunden haben.

Eine umfassende Betrachtung all dieser Ereignisse ist deshalb in einem Artikel gar nicht möglich. Deshalb soll dies auch nur als ein erster Einblick in die spannende Welt des Tees verstanden werden und dazu anregen, das ein oder andere Thema anschließend noch einmal zu vertiefen.

Die Reise beginnt in China

Auch wenn es bei der Geschichte des Tees mehr als nur eine Abzweigung gab, so hat sie doch einen gemeinsamen Start. Und obwohl über den tatsächlichen Ursprung des Tees viel spekuliert wird, der Ursprungsort scheint klar zu sein: China.

Einer Legende nach soll dem chinesischen Kaiser Shen Nung im Jahre 2737 v. Chr. bei der Zubereitung von heißem Wasser ein paar grüne Blätter in den Topf geweht worden sein. Das Wasser verfärbte sich und ein angenehmer Geruch entstand. Der Kaiser soll das Gemisch probiert und davon sogleich auch überzeugt gewesen sein. Der Baum, von dem die Blätter stammten, war ein wilder Teebaum und so wurde der Tee entdeckt.

Ob sich die Entdeckung des Tees wirklich wie in der Geschichte zugetragen hat, ist zweifelhaft, da es zahlreiche weitere Legenden dazu gibt.

So ist weiterhin unbekannt, wann der erste Tee zubereitet und wann dies auch mit System geschah. Überliefert ist hingegen, dass es bereits im Jahr 221 v. Chr. in der Qin-Dynastie eine Steuer auf Tee gab.

Man kann also davon ausgehen, das zumindest zu dieser Zeit der Tee schon weite Verbreitung im Reich der Mitte fand. Techniken zur Haltbarmachung des Tees gab es allerdings noch nicht, weshalb Tee vor allem in den südchinesischen Gebieten getrunken, wo er auch angebaut wurde.

Den wirklichen Durchbruch des Tees gelang dann aber während der Tang-Dynastie (618-907). Hier verdrängte Tee nicht nur alkoholische Getränke als Genussmittel bei Zusammenkünften der Eliten, sondern er konnte auch bei den buddhistischen Mönchen einen festen Platz einnehmen. Die Mönche waren es auch, die schließlich den Tee selbst anbauten, um damit Handel zu treiben.

Dieser Handel erfuhr in der anschließenden Song-Dynastie (960-1279) weiteren Auftrieb, was unter anderem allgemeine Entwicklungen, wie beispielsweise des Papiergeldes oder des Kreditwesens, zu verdanken war. So kam nun Tee auch gepresst als Ziegel oder Fladen nach Indien oder Tibet, diesen sogenannten Ziegeltee gibt es heute noch in ähnlicher Form.

… nach Japan …

Von China kam Tee anschließend auch nach Japan. Und auch wenn die japanische Teekultur ihren Ursprung in China hat, hat sie sich im Laufe der Zeit doch unabhängig weiterentwickelt.

Tatsächlich hatte es Tee in der Anfangszeit in Japan gar nicht einmal so einfach. Er erreichte im 6. Jahrhundert nach Christus die Japaner, wurde dort aber auch erst einmal bevorzugt von buddhistischen Mönchen getrunken. So waren es auch die Buddhisten auf die die japanische Teezeremonie zurückgeht.

Bis Tee wirklich in der breiten Masse, also auch bei der einfachen Bevölkerung ankam, dauerte es eine Weile. Lange Zeit war Tee vor allem nur der höfischen Oberschicht und den buddhistischen Mönchen vorenthalten. Erst gegen 1400 verbreitete sich der Tee bis zu den Bürgern.

Schon etwas früher verbreitet sich, der inzwischen auch bei uns populäre, Matcha-Tee. Zwar kannten die Chinesen den gemahlenen Grüntee seit etwa dem 6. Jahrhundert ebenfalls, während er aber in China in Vergessenheit geriet, wurde er in Japan im Rahmen des Buddhismus weitergepflegt.

Zu nennen wäre hier vor allem der japanische Teemeister Sen no Rikyū. Dieser entwickelte nicht nur im 16. Jahrhundert die japanische Teezeremonie, sondern beschrieb in seinen Gedichten zum Tee-Weg auch, wie Matcha richtig zubereitet und getrunken werden soll.

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… über Russland …

Wann genau Tee auch Russland erreichte ist nicht genau bekannt. Man geht davon aus, dass es zwischen dem 16. Und 17. Jahrhundert gewesen sein muss.

Genannt werden häufig die Daten 1618, als der russische Gesandte Wassilij Storkow den Tee von China nach Russland brachte, oder 1638 als ein mongolischer Herrscher dem Zaren Michael I eine Ladung Tee schenkte. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Russen schon viel früher Kontakt zum Tee hatten, schließlich grenzt Sibirien direkt an die Mongolei und China.

Tee wurde von China nach Russland über das Land gebracht. Von der chinesischen Stadt Kalgan (heute Zhangjiakou) verlief der ursprüngliche sibirische Trakt über die Mongolei bis nach Moskau.

Zeitweise wurde auch von der Teestraße gesprochen, da Tee über Karawanen von China nach Russland gelangte. Man sprach hier auch vom sogenannten „Karawanen-Tee“, der eine deutlich höhere Qualität hatte, als der Tee, der über den Seeweg verschifft wurde.

Dafür war Tee aber auch mindestens ein halbes Jahr unterwegs. Erst mit der Fertigstellung der Transsibirischen Eisenbahn verkürzte sich die Transportzeit signifikant.

… bis hin nach Europa

Schon etwas früher als in Russland fand Tee von China nach Europa. Besser gesagt nach Holland. Die Niederländische Ostindische Kompanie brachte 1610 den ersten Tee aus Japan und China über den Seeweg über Java nach Hause.

Aber erst 34 Jahre später erreichte auch Großbritannien Tee. So soll im Jahr 1644 die Holländer die ersten 100 Pfund Tee nach England geliefert haben. Nachdem das europäische Monopol für den Handel mit China im Jahr 1669 von der Niederländische Ostindische Kompanie zur Britischen Ostindien-Kompanie wechselte, nahm auch der Tee-Import in Großbritannien zu und das Land wurde so Zentrum des europäischen Teehandels.

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Allerdings war die Qualität des Tees durch die feuchte Seeluft und den muffigen Laderäumen vermindert. Dennoch begründete Katharina von Braganza, Infantin von Portugal, 1662 die britische Teekultur. Wie auch in China und Japan, war der Teegenuss aber erst dem Adel vorbehalten. 1717 öffnete schließlich Thomas Twining das erste Teegeschäft in London.

In Deutschland mussten wir uns noch etwas länger als die Briten auf den Tee gedulden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts kam Tee von den Niederlanden auch nach Deutschland.

Zunächst nach Ostfriesland, was auch erklärt, warum sich dort eine eigene Teekultur entwickelte und die Ostfriesen heute einen höheren Pro-Kopf-Teeverbrauch (300 Liter) als selbst die Briten (201 Liter) haben. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Gesamtdeutschland liegt dabei gerade einmal bei 28 Liter.

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Te, Cha oder Chai – Das Ende einer Reise

Wie man sieht, war der Siegeszug des Tees von China nicht zu stoppen. Durch seine Vielfältigkeit eroberte er die Welt und die Herzen der Menschen. Kein Wunder, schon die chinesische Aussprache des chinesischen Worts für Tee hat die verschiedensten Varianten:

chá in Mandarin, zo und dzo in Wu, chàh oder caa in Yue, ta oder te in Min.

Daraus leiteten sich die Aussprachen Te, Cha und Chai in der gesamten Welt ab. Möchte man beispielsweise einen Tee in Afrikaans oder Deutsch bestellen, spricht man vom Tee, in Koreanisch (und auch im Japanischen) Cha und in Russisch und Türkisch Chay bzw. Çay.

Verschiedene Bezeichnungen, aber ein gemeinsamer Ursprung. So endet die Reise der Geschichte des Tees, wo sie ursprünglich einmal angefangen hat.

Möchtest du mehr über Tee erfahren, dann schau doch einmal im TeeLexikon vorbei. Hier findest du vieles weiteres Wissenswertes rund um Tee. Für die ausgestellten Informationen und den Gesamtartikel ist das Team vom TeeLexikon verantwortlich.

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